In einer vom Gestalter eingereichten Designboom-Veröffentlichung vom 2. November zeigt Jan-Micha Gamer Raw Material: Armchair. Laut Projektbeschreibung wurden aus den Materialien eines entsorgten Sessels neun Haushaltsobjekte, darunter Körbe, eine Leuchte und ein Tisch.

Die Reihenfolge verändert sich. Zuerst klären, was schon da ist: Größe eines Lederstücks, Zustand des Holzes, Geometrie einer Feder. Danach eine Form für diesen Bestand suchen. Das Material darf dem Entwurf widersprechen; hier wirkt das wie ein produktives Vorstellungsgespräch.

Hilfreich ist der Blick auf Demontage als Gestaltungsaufgabe. Statt eine alte Sache bloß zu zerstören, bleiben Möglichkeiten ihrer Teile erhalten. Das Projekt ist eine eigene Untersuchung, kein Beweis für die Abfallfreiheit jedes Sessels. Es verändert aber den Blick auf Sperrmüll: Manchmal endet eine Funktion, nicht die ganze Ressource. Am besten beginnt man nicht mit Kettensäge und Optimismus.